Vor den Welt Cup Rennen in Lake Placid haben wir mit Georg Fischler aus dem Trainerstab der Österreichischen Rodler-Mannschaft gesprochen. Er berichtet von einer naturgemäß hervorragenden Stimmung und einer guten Entwicklung des gesamten österreichischen Rodelteams.
Wie ist die Stimmung in der Österreichischen Mannschaft aktuell?
Die Stimmung im Team ist sehr gut. Natürlich macht es der momentane Erfolg für alle viel leichter.
Mit Wolfgang Kindl und unserem Doppel Thomas Steu/Lorenz Koller an der Weltcup Spitze steht das österreichische Team so gut wie selten zuvor da. Was ist der Grund dafür? Sind unsere Rodler derzeit so gut oder die anderen so schlecht?
Wolfgang hat in den letzten Jahren schon bewiesen was er drauf hat. Steu/ Koller sind heuer in unsere Fußstapfen getreten, was ja nicht ganz einfach für sie war. Klar war das Niveau in Igls nicht sehr hoch, aber trotzdem haben Thomas und Lorenz es im ersten Rennen auf den Punkt gebracht.
Mit Weltmeister Wolfgang Kindl, Olympiasieger David Gleirscher und dahinter Reinhard Egger, Armin Frauscher, Nico Gleirscher und Jonas Müller haben wir ein Herren-Team, um das uns die Welt beneidet. Woher kommt diese fast sensationelle österreichische Qualität an der Herren-Spitze?
Wir sind jetzt soweit das wir sechs super Burschen im Welt Cup haben, allerdings nur fünf Startplätze im Welt Cup und vier Satartplätze bei der Weltmeisterschaft haben. Der interne Konkurrenzkampf erfordert aus den Athleten nochmal ein paar Prozent mehr beim Training. Das macht sich natürlich jetzt bemerkt.
Dass besonders Wolfgang Kindl und David Gleirscher gute Rodler sind, ist schon länger bekannt. Doch wie kommt es zur fast sensationellen Entwicklung unseres Doppels Steu/Koller?
Die Jungs haben in den letzten Jahren immer wieder bewiesen was sie drauf haben. Sie wurden sehr oft unter ihrem Wert geschlagen. Der vierte Platz in Pyeonchang bei den Spielen hat ihnen sicher sehr gut getan und ihnen Mut für mehr gemacht.
Wenn man weiß, wie sensibel die Technik eines Rennrodels ist, muss man sich eigentlich wundern, dass Steu/Koller mit Eurem alten Schlitten so erfolgreich fahren können. Was steckt dahinter und warum ist das überhaupt möglich?
Bei einem Doppelschlitten gibt es so viele Komponenten die zusammenpassen müssen. Sie hatten das Glück, dass sie sich mit nur kleinen Veränderungen am Schlitten gleich sehr wohl fühlten.
Was erwartest Du vom österreichischen Team in Lake Placid? Kindl und Steu/Koller weiter an der Weltspitze ins Jahr 2019?
Wolfi hat auf jeden Fall das Zeug dazu. Lake Placid ist eine technisch sehr schwierige Bahn, was Wolfi zugutekommt. Steu/Koller dürfen nicht mit zu großen Erwartungen ins Training gehen. Man muss den Schlitten auf die Bahn und auf ihr Können einstellen. Es gibt nur fünf Trainingsläufe, d.h. es bleibt nicht viel Zeit für unsere Jungs. Sie haben ein gutes Selbstvertrauen, das ihnen auf dieser Bahn sicher weiter helfen wird.
Im Vorjahr hat sich in Lake Placid Wolfgang Kindl im BMW Sprint-Rennen durchgesetzt. Liegt ihm die anspruchsvolle Kunsteisbahn am Mount Van Hoeverberg besonders gut und was können wir uns dieses Jahr von ihm erwarten?
Wolfgang ist leider immer noch mit seinem Handgelenk am Start gehandikapt. Was für ihn spricht ist aber sein unheimliches Gefühl am Schlitten was bei nur vier Trainingsläufen auf dieser technisch schwierigen Bahn ein unheimlicher Vorteil für ihn ist.
Von den Linger Brüdern und von Dir und Deinem Partner Peter Penz sind wir besonders bei den Doppelsitzern mit Erfolgen sehr verwöhnt worden. Jetzt mischen Thomas Steu und Lorenz Koller die Doppelsitzer-Szene auf. Warum hat Österreich eine so große Tradition im Doppelsitzer der Herren?
Die Geschichte des Doppelsitzers in Österreich geht schon über viele Jahre. Damals mit Schiegl/Schiegl, Linger/Linger und Penz/Fischler war auch der interne Druck sehr hoch und trotzdem hat man aber zusammengearbeitet und weiterentwickelt. Steu/Koller haben jetzt alles, was sie für die Zukunft brauchen. Sie sind super Athleten, haben ein gutes Gefühl in der Bahn und ein spitzen Material. Der Einstieg in den ersten drei Rennen war sehr gut. Jetzt heißt es Erfahrung zu sammeln und weiter hart arbeiten.
Danke für das Gespräch.
Der Zeitplan von Lake Placid
15. Dezember 2018 | 1. Lauf Herren | 09.00 Uhr / 15.00 Uhr CET |
2. Lauf Herren | 10.35 Uhr / 16.35 Uhr CET | |
1. Lauf Doppel | 12.15 Uhr / 18.15 Uhr CET | |
2. Lauf Doppel | 13.35 Uhr / 19.35 Uhr CET |
16. Dezember 2018 | 1. Lauf Damen | 08.30 Uhr / 14.30 Uhr CET |
2. Lauf Damen | 09.55 Uhr / 15.55 Uhr CET | |
BMW Sprint | Ab 12.00 Uhr / 18.00 Uhr CET |